Preis: nur noch antiquarisch erhältlich

Veröffentlicht 1994 bei Baum Publications, ISBN 3-9802155.8-X

 #Die Indianistikgruppen der DDR

Entwicklung - Probleme - Aussichten

Das Buch schildert die intensive Beschäftigung der Indianistikklubs der DDR mit den Kulturen, aber auch mit den gegenwärtigen Problemen der Indianer Nordamerikas. Aber auch die Stellung der Indianistik in der gesellschaftlichen und politischen Realität der DDR und der Umgang mit Behörden und Funktionären werden aus erster Hand und eigener Erfahrung geschildert.

Die Darstellung der Indianistik in der früheren DDR ist in zweierlei Hinsicht eine interessante Lektüre.

Zum einen zeigt sie dem an der Beschäftigung mit indianischen Kulturen und indianischer Geschichte interessierten Leser, wie sich dieses Hobby unter bestimmten gesellschaftlichen Voraussetzungen entwickelte, wie intensiv sich viele Menschen mit dieser Thematik auseinandersetzen und wie allgemein Zeitströmungen auch auf diesem Gebiet zu Wandlungen führen. Die Autorin verfolgt die Linie der Entwicklung von den ersten Klubgründungen in den zwanziger Jahren über die Schwierigkeiten während des Dritten Reiches, die Wiederbelebung in der DDR, die weltweite Aufmerksamkeit für die Probleme der heutigen Indianer in den siebziger Jahren bir in die turbulente Zeit vor der Vereinigung der beiden deutschen Staaten.

Die Autorin schildert die Aktivitäten der Indianisten aus persönlicher Erfahrung, da sie selbst als Klubleiterin engagiert war und die Tätigkeit der anderen Klubs von vielen Veranstaltungen her kennenlernte und miterlebte.

Der zweite, nicht weniger interessante Aspekt ist der, daß hier ein kleiner, aber lebendiger Ausschnitt aus dem bereits zur Geschichte gewordenen Alltagsleben in der DDR-Gesellschaft geschildert wird. Der Umgang mit Ämtern und Funktionären, die Notwendigkeit, das eigene Hobby gesellschaftspolitisch zu begründen, die Schwierigkeiten der Materialbeschaffung, die kleinen Tricks gegenüber dem alles kontrollieren wollenden Staat; aber auch die Ernsthaftigkeit und der pädagogische Anspruch, mit dem Hobby nicht allein der individuellen Freizeitgestaltung dient, sondern die Persönlichkeit bilden soll: alle diese Facetten spiegeln eine Lebensform, die innerhalb weniger Jahre weitgehend Vergangenheit geworden ist.




 

 

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